Häufig gestellte Fragen und Antworten

Kann eine Herzkatheteruntersuchung mehrmals durchgeführt werden?

Ja, ca. ein oder zwei Monate nach einer Stent-Implantation (PCI) ist es möglich, ein weiteres Herzkranzgefäß zu sanieren. Speziell bei Personen, bei denen eine Bypass-Operation aufgrund der Begleiterkrankungen zu riskant wäre, können mehrere PCIs zur Verbesserung der Herzversorgung/Lebensqualität durchgeführt werden.

Ich habe bereits einen Bypass. Kann trotzdem eine Herzkatheter­untersuchung gemacht werden?

Ja, gerade da ist es sinnvoll, den Bypass zu kontrollieren, denn auch Bypässe degenerieren und können mit der Zeit Engstellen entwickeln. Eine Stent-Implantation kann diese beheben.

Bekomme ich eine Narkose?

Nein, eine Narkose ist nicht erforderlich. Es wird lediglich eine lokale Betäubung/­Lokal­anästhesie an der Gefäß-Punktionsstelle verabreicht. Der Patient kann somit während der Untersuchung mit dem Kardiologen sprechen. Zur Stressabschirmung werden jedoch vor der Untersuchung (und bei Bedarf auch während des Eingriffes) Beruhigungsmittel (Tranquilizer) verabreicht.

Tut eine Herzkatheteruntersuchung weh?

Die Lokalanästhesie wird als Stich und ziehender Schmerz während der Injektion wahrgenommen. Manche Patienten berichten von unangenehmen Empfindungen im Unterarm. Im Körper bzw. am Herz wird der Katheter nicht wahrgenommen.

Verspürt man während der Untersuchung Hitze?

Bei den meisten Untersuchungen nicht, da das Hitzegefühl nur bei Injektion einer größeren Menge Kontrastmittel verspürt wird – etwa wenn die linke Herzkammer dargestellt werden muss. Ist das der Fall, informiert Sie der Arzt unmittelbar vorher. Das starke Hitzegefühl hält nur wenige Sekunden an.

Wird für die Untersuchung nicht die Leistenarterie punktiert?

Heute nicht mehr. Der Standardzugang ist heute über die Arterien der Handgelenke gegeben, da dies komplikationsärmer und für den Patienten weniger unangenehm ist. Bettruhe ist dadurch nach der Untersuchung nicht mehr erforderlich, das Aufsuchen der Toilette ist z.B. sofort möglich. Im Einzelfall kann jedoch noch immer die Punktion der Leistenarterie erforderlich werden.

Muss ich meine Blutverdünnung unterbrechen?
  • Thrombo ASS oder Plavix werden nicht unterbrochen.
  • Bei Pradaxa, Eliquis, Xarelto oder Lixiana – den sogenannten NOAKs (neue orale Antikoagulantien) – reichen eintägige (oder gar keine) Unterbrechungen aus.
  • Marcoumar oder Sintrom werden in der Regel für einige Tage abgesetzt.

Tun Sie dies jedoch bitte nur in Absprache mit Ihrem Arzt oder dem Kardiologen. Sollten Sie gerinnungshemmende Medikamente aus den oben genannten Gruppen einnehmen, werden Sie jedenfalls entsprechend instruiert.

Bekomme ich bei der Untersuchung Röntgenstrahlen?

Ja. Die Untersuchung wird mit Röntgenstrahlung durchgeführt. Der Kardiologe hält die Strahlendosis so gering wie möglich. Dank der hier zum Einsatz kommenden, modernen Technologien ist die Strahlenbelastung – im Vergleich zu früher – bereits stark reduziert.

Was sind Vitien?

Das sind Herzfehler (vitium cordis), die v.a. die Herzklappen betreffen, d.h. sie sind verengt bzw. undicht.

Was ist ein „Schluckecho“/TEE?

Bei der Schluckechokardiographie bzw. TEE (transesophageal echocardiography) wird das Herz mittels Ultraschall von innen untersucht. Dazu wird eine Ultraschallsonde in die Speiseröhre (Ösophagus) eingeführt und hinter dem Herzen positioniert. So bekommt man eine sehr genaue Darstellung desselben, was bei einer Echokardigraphie durch die Brustwand von außen nicht so exakt möglich ist.